13.07.2017

Lösungsfokussierte Therapie und Beratung

Die lösungfokussierte Therapie und Beratung (im folgenden LFT genannt) entstammt der therapeutischen Arbeit des Teams um Steve de Shazer und Insoo Kim Berg am Brief Familiy Therapy Center in Milwaukee (USA). Sie wurde dort im Jahr 1982 erstmals vorgestellt. Seitdem wurde dieser Ansatz fortlaufend weiterentwickelt und auch in Europa weit verbreitet.

In lösungsfokussierten Gesprächen wird, wie der Name schon sagt, der Fokus auf die „Lösung“ und das, „was schon funktioniert“ gerichtet. In diesem Ansatz suchen wir immer nach Unterschieden zwischen dem Problemzustand und der gewünschten Lösung. Wir sprechen mit den KlientInnen hauptsächlich über erstrebenswerte Ziele, Ausnahmen vom Problem und kleine Schritte hin zu einer positiveren Zukunft. Die Grundidee ist, dass das Reden über Lösungen dabei hilft, diese auch Wirklichkeit werden zu lassen. So prägte Steve de Shazer den berühmten Satz „Solutiontalk creates solutions!“.

Dabei gilt immer die Annahme, dass Menschen bereits alle Ressourcen zur Lösung ihres Problems in sich tragen. Die Aufgabe des Therapeuten/Beraters ist es, durch bestimmte Fragen und eine unvoreingenommene und wertschätzende Haltung einen Gesprächsrahmen anzubieten, in dem diese Ressourcen nutzbar gemacht werden können. Das genaue Ergründen von Problemen und deren Ursachen ist für eine wirksame lösungsfokussierte Arbeit nicht notwendig – stattdessen werden kleine Erfolge und die nächsten Schritte in die richtige Richtung bewusst gemacht, genau betrachtet und verstärkt. Dadurch werden die KlientInnen eingeladen, auch selber nach und nach ihren Fokus auf ihre Ressourcen und die Lösung zu richten.

Das Besondere an LFT ist für uns die große Wertschätzung und der tiefe Respekt für die Menschen, mit denen wir arbeiten. Durch die lösungsfokussierte Haltung sehen wir die KlientInnen als ExpertInnen für ihr Leben und tragen so dazu bei, deren Selbstwirksamkeit zu erhöhen. Der Ansatz ist gut geeignet, um eine gelingende therapeutische Beziehung zu KlientInnen aufzubauen, selbst wenn diese die Gespräche nicht freiwillig aufsuchen. Durch die Fragen nach Ausnahmen vom Problem wird deutlich, dass Veränderung auch in schwierigen Situationen möglich ist, was die Hoffnung auf eine positivere Zukunft weckt und die Motivation stärkt, die notwendigen kleinen Schritte zu gehen.